Monolog der Natur

Meine Arbeiten entstehen als Dialog mit der Natur. Der Mensch ist Teil der Natur.

Somit sind die Arbeiten nicht Dialog mit, sondern Monolog der Natur.

Seine Natur ist die Kultur. Kultur ist Gestaltung. Kultur im ursprünglichen Sinne ist die Bearbeitung des Bodens zur Aussaat von Nahrungsmitteln. Der Ort dafür war und ist der Garten. Garten als ein von der Natur abgegrenzter, gestalteter Bereich. Mit der Entwicklung des Menschen zum Gärtner standen neue Verhaltensweisen im Zentrum. War bisher das Sammeln und Jagen mit dem unmittelbaren Erfolg verbunden, ist mit der Aussaat der Erfolg in die Zukunft verlegt. Der gärtnernde Mensch verzichtet auf den direkten Erfolg zugunsten eines größeren Erfolges in der Zukunft. Das bedarf Vertrauen, genaue vorausschauende Planung und Hoffnung auf gute Wetter- und Klimabedingungen.
Das reflektiert meine Serie von Plastiken „Cultura“. Hier sind Menschen bei typischen gärtnerischen Tätigkeiten dargestellt. In ihrer Art erinnern sie an archaische Darstellungen auf Höhlenzeichnungen und Petroglyphen.
Die Serie der gegossenen Samenkapseln und Pflanzenteilen lenkt den Blick auf die Schönheit der Natur auch im Kleinen. Mit einer Art stroboskopischer Darstellung sind Zustände der Pflanzen in verschiedenen zeitlichen Abständen in einer Skulptur vereint – neben dem Spiel von Licht und Schatten ein Spiel mit der Zeit. Zeit, die langsam vergeht, wie die Jahreszeiten.
Garten ist Kunst – in unserem Garten finden die Skulpturen ihren Präsentationsraum. Raum, der die vier Dimensionen Länge Breite Höhe und Zeit umfasst. Die fünfte Dimension ist die Ästhetik. Ästhetik als unmittelbar sinnliche und flüchtige Erfahrung. Aus Erfahrung dem Menschen bewusst gewordene natürliche Gestaltung, wie z.B. die Proportionen des goldenen Schnitts. Diese Proportionen liegen der Gestalt der Natur und des Menschen zugrunde.