Skulptur 06 – Betonguss

Mit dieser Skulptur wollte ich mein Studienprojekt überarbeiten und als Betonguss für den Gräserpfad erstellen. Ausgangspunkt im Studium war die Auseinandersetzung mit der Form der Pilgermuschel im „Zeichnen nach der Natur“ bei Herrn Kafsak. Für das Thema Metamorphose Kurs „Plastisches Gestalten“ bei Prof. Busmann wählte ich die Muschelform als Ausgang. Die Muschelform entwickelt sich von einem Zentrum beständig nach Außen, die biomorphe Form sollte sich von links nach rechts in eine geometrische Form wandeln.

 

Nach 30 Jahren wollte ich die Muschelform stärker betonen. Erste Formstudien entstanden aus Ton und die Gußform aus Gips wurde erstellt.

Parallel führte ich Versuche zur Umsetzung in Beton durch. Erster und größter Unterschied zwischen dem Guss in Gips und dem in Beton sind die gegensätzlichen Anforderungen der Materialien. Während der Gips beim Aushärten das Wasser abscheidet und trocknet, benötigt der Beton Wasser zum Härten – eine Gussform aus Gips würde dem Beton das Wasser entziehen. Für erste Versuche nahm ich einfachen Putzbeton aus dem Baumarkt und dichtete die Gussform aus Gips mit Tonschlicker ab. Das funktionierte gut, aber das Ergebnis war sehr enttäuschend, da die Oberfläche sehr grob wurde.

Nachdem ich mir speziellen Gussbeton für Betonmöbel beschafft hatte, konnten die Vorbereitungen beginnen. Nächste Herausforderung war, daß die Skulptur aus Beton sehr schwer sein würde und auch die Kosten deutlich anstiegen. So wurden Tests durchgeführt mit einer Zweischalen-Hohlform. Das Ergebnis ist zufriedenstellend, aber es bedarf noch einiger Erfahrung beim Einstellen der nötigen Viskosität um die Oberflächen perfekt glatt zu bekommen. Nach dem Guss kam die Skulptur zur Probe auf ihren Sockel im Gräserpfad. Jetzt werden die Oberflächen noch gereinigt und der Beton wird zur Härtung für 14 Tage in einen Plastiksack verschwinden.

Skulptur 05 – Gipsguss mit Sockel

Die 5. Skulptur sollte gegenüber den anderen höher werden, da mir die Skulpturenreihe sonst zu gleichmäßig wird. So wählte ich als Ausgangspunkt die Schote einer Edelwicke, die ich noch im Garten fand.

 

Da die Schoten über Winter draußen lagen, hatten sie ihre ursprüngliche Form geändert – eine Metamorphose. Damit war die Schote eine ideale Gestalt, um Ursprung – Übergang und Wandlung in einer Skulptur darzustellen. Der Wandel ist in jeder Phase ein ästhetischer Genuss und typisch für die Natur.

Skulptur 05

Skulptur 04 – Gipsguss mit Sockel

Für die 4. Skulptur wählte ich als Ausgangspunkt die Nigella-Samenkapsel. Wie bei der vorangegangen Skulptur, des Eisenhut-Samens, bilden fünf gewölbte Flächen einen Körper. Durch die Trocknung reißt der Körper an den Nahtstellen auf und bildet diese wunderschöne Figur mit 2 Polen, einen dramatischen, stark zerklüfteten und einem ruhigen fast kugeligen Teil. Diesen Kontrast habe ich durch die gestreckte Form der Skulptur noch gesteigert. Wie in der vierten Skulptur sind auch hier sind die Stadien, des Aufbrechens des Körpers in die einzelnen Flächen, gleichzeitig und nebeneinander in der Skulptur dargestellt.

Solange die Kapsel grün ist und Wasser enthält, sind Druck und Zugkräfte ausgeglichen und zeigen eine harmonische Form. Durch den Entzug des Wassers nehmen die Zugkräfte der Fasern überhand und verformen den Körper bis er an den Nahtstellen reißt und eine neue harmonische Form annimmt.

 

Skulptur 04

Skulptur 03 – Gipsguss mit Sockel

Für die 3. Skulptur betrachtete ich die Samenkapsel des Eisenhutes. Faszinierend ist die Wandlung der einzelnen Kapsel-Elemente – die Metamorphose des geschlossenen Körpers in eine, von einer Fläche umschlossene Kelchform. Diese Wandlung, das Aufreißen des Körpers, ist hier in verschiedenen Stadien sichtbar. In der Natur sind diese Stadien nicht gleichzeitig zu sehen, da brechen alle Körper gleichzeitig auf.

 

Eine lange Trocknungsphase ist vorüber……..

Skulptur 03

Skulptur 02 – Gipsguss mit Sockel

Ideengeber für die 2. Skulptur war Nicandra physaloides, die Giftbeere.  Die hauchdünnen Kelchblätter verbergen die umschlossene Frucht.

 

Skulptur 02 – Gipsguss mit Sockel

Die umhüllenden Flächen lassen mit ihrer Form das Geheimnis ihres  kugeligen Inhalts erahnen . Mit dem Umschreiten der Skulptur wird dies Thema von der naturnahen Form fortschreitend geometrischer formuliert.

Skulptur 01 – Gipsguss mit Sockel

Arbeitsprozess aus der Werkstatt:

 

Skulptur 01

Gipsabgüsse von Obst

Eine schöne Dekoration für die Wohnung sind Gipsabgüsse von Obst und Gemüse. Wir tauchen z.B. eine Quitte in eine Kunststoffschale mit Gips. Dadurch wird die eine Hälfte der Quitte abgeformt. Nach dem Abbinden des Gips am nächsten Tag wird die Quitte aus der Form entnommen. Als Trennmittel sprühen wir die Kontaktfläche der Form mit einer wässrigen Pottasche-Lösung ein und führen das Abgießen mit der anderen Hälfte durch.

Nach dem Abbinden des Gips entnehmen wir die entstandene Gussform aus der Kunststoffschale. An der Naht der beiden Hälften trennen wir diese vorsichtig mit einem Spachtel voneinander. Nun erfolgt das Ausgießen der beiden Hälften mit Gips. Die richtige Position der Schalen zueinander markieren wir mit einem Stift.  Die Gusshälften werden zunächst mit der Pottaschelösung eingesprüht.  Nun wird der Gips in die Hälfte gegossen. Solange der Gips noch feucht ist, können die Hälften aufeinandergedrückt werden. Am nächsten Tag drücken wir die Schalen mit einem Spachtel auseinander.  Nun kann die Gipsquitte trocknen. Durch Abschleifen mit feinem Schleifpapier erhält der Abguss seine feine Oberfläche.