Kunst und Design

Provokation der Provokateure

Konsens im heutigen Kunstbetrieb ist die Provokation des Publikums. Die Provokation gilt als Qualitätsmerkmal der Kunst. Ebenso begnügen sich Künstler darin, ihre Kunst der freien Interpretation durch den Betrachter zu überlassen. Damit richtet sich die Kunst an ein elitäres Publikum. Auf der einen Seite ist dem elitären Publikum der Anlass der Provokation – problematische Entwicklungen – bereits zur Genüge bekannt, auf der anderen Seite bleiben die Künstler auf ihrem Elfenbeinturm, von der Schar der Eingeweihten bewundert.

Frei nach Karl Marx: Alle Kunst hat bisher die Welt interpretiert – es kommt aber darauf an sie zu verändern.

Wenn Kunst etwas verändern will, muß sie dem breiten Publikum verständlich sein. Sie muß sein Herz erreichen. Meldungen über die Probleme und Schlechtigkeiten der Welt gibt es zur Genüge. Durch die Unverständlichkeit der Kunst überlässt die Kunst ihr Publikum dumpfen Parolen und den einlullenden Werbebotschaften der Warenästhetik. Es braucht keine weiteren Klagen über die Schlechtigkeit der Welt! In der Zeit verfallender Werte und Orientierung ist es wichtig, Orientierung zu geben. Orientierung zu geben, ohne dabei ideologisch, dogmatisch zu sein. Warum kann Kunst heute nicht „Schön“ sein. Warum überläßt sie ihr Jahrhunderte altes Feld der Ästhetik des Schönen den Verführern des Shareholder values?

Die Aufgabe,  die Lebenswelt schön zu gestalten,  überlässt die Kunst dem Design – und rümpft die Nase. Design, wie es von großen Teilen des Bauhauses vertreten wurde und vom Designer Papanek später propagiert wurde, übernimmt Verantwortung. Bauhaus und Papanek überschätzen die Möglichkeiten des Designs. Design ist ein Teilbereich des Marketing. Design dient der Förderung des Absatzes.

Garten ist Kunst

War diese Aussage über Jahrunderte nicht in Frage gestellt, wird sie heute selten so verstanden. Es werden Armeen von Maschinen, chemische Kampfstoffe  und Beton in die Gärten geschickt, um der Natur den Garaus zu machen. Gärtnern ist eine ästhetische Frage. Die Ästhetik der architektonische Gestaltung, die lebendige Farbenvielfalt, die olfaktorischen und akustischen Erlebnisse sind Ästhetik. Gleichzeitig lässt sich die Natur dadurch schützten. Gerade der Garten bietet Künstlern die Möglichkeit Utopien erlebbar zu machen. Der Begriff des Gartens war immer mit dem Paradies verbunden, der ältesten Utopie.

Eine Gartenkunst, die auf Achtsamkeit zielt, die die Herzen bewegt, das ist Ziel meiner Kunst im Garten, der Gartenkunst.  Kunst ist Aufgabe und Verantwortung!

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