Offenbacher Sammelsurium großes Besucherinteresse

Erstmals habe ich die Skulpturen auf einer Kunstmesse präsentiert. Ursula Merbach hat mit ihrer Familie eine wunderbare Messe organisiert. Ich hatte im Außenbereich einen guten Platz. Das Wetter hat mitgespielt und so hatte ich mit meiner Frau Sabine angenehme Tage. Wir hatten einige Gartenfreunde am Stand zu Besuch. Das Besucherinteresse war groß. Ich bin mit dem Erfolg vollstens zufrieden.

 

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Als nächstes wird die Gartenmesse in Eyrichshof zur Präsentation genutzt. Die Anmeldung ist schon bestätigt.  gartenfest-eyrichshof

Nächster Termin 08. – 10.06.2019

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Kunst und Design

Provokation der Provokateure

Konsens im heutigen Kunstbetrieb ist die Provokation des Publikums. Die Provokation gilt als Qualitätsmerkmal der Kunst. Ebenso begnügen sich Künstler darin, ihre Kunst der freien Interpretation durch den Betrachter zu überlassen. Damit richtet sich die Kunst an ein elitäres Publikum. Auf der einen Seite ist dem elitären Publikum der Anlass der Provokation – problematische Entwicklungen – bereits zur Genüge bekannt, auf der anderen Seite bleiben die Künstler auf ihrem Elfenbeinturm, von der Schar der Eingeweihten bewundert.

Frei nach Karl Marx: Alle Kunst hat bisher die Welt interpretiert – es kommt aber darauf an sie zu verändern.

Wenn Kunst etwas verändern will, muß sie dem breiten Publikum verständlich sein. Sie muß sein Herz erreichen. Meldungen über die Probleme und Schlechtigkeiten der Welt gibt es zur Genüge. Durch die Unverständlichkeit der Kunst überlässt die Kunst ihr Publikum dumpfen Parolen und den einlullenden Werbebotschaften der Warenästhetik. Es braucht keine weiteren Klagen über die Schlechtigkeit der Welt! In der Zeit verfallender Werte und Orientierung ist es wichtig, Orientierung zu geben. Orientierung zu geben, ohne dabei ideologisch, dogmatisch zu sein. Warum kann Kunst heute nicht „Schön“ sein. Warum überläßt sie ihr Jahrhunderte altes Feld der Ästhetik des Schönen den Verführern des Shareholder values?

Die Aufgabe,  die Lebenswelt schön zu gestalten,  überlässt die Kunst dem Design – und rümpft die Nase. Design, wie es von großen Teilen des Bauhauses vertreten wurde und vom Designer Papanek später propagiert wurde, übernimmt Verantwortung. Bauhaus und Papanek überschätzen die Möglichkeiten des Designs. Design ist ein Teilbereich des Marketing. Design dient der Förderung des Absatzes.

Garten ist Kunst

War diese Aussage über Jahrunderte nicht in Frage gestellt, wird sie heute selten so verstanden. Es werden Armeen von Maschinen, chemische Kampfstoffe  und Beton in die Gärten geschickt, um der Natur den Garaus zu machen. Gärtnern ist eine ästhetische Frage. Die Ästhetik der architektonische Gestaltung, die lebendige Farbenvielfalt, die olfaktorischen und akustischen Erlebnisse sind Ästhetik. Gleichzeitig lässt sich die Natur dadurch schützten. Gerade der Garten bietet Künstlern die Möglichkeit Utopien erlebbar zu machen. Der Begriff des Gartens war immer mit dem Paradies verbunden, der ältesten Utopie.

Eine Gartenkunst, die auf Achtsamkeit zielt, die die Herzen bewegt, das ist Ziel meiner Kunst im Garten, der Gartenkunst.  Kunst ist Aufgabe und Verantwortung!

CULTURA – der Kartoffelleger

Eine weitere Figur zu Beginn der Kultursaison ist der Kartoffelleger. Hier nimmt der Gärtner keine dynamische, aufrechte und selbstbewusste Haltung ein, wie der Sämann. Diese gebückte Haltung zeigt die Mühe der Aussaat durch den Katzenbuckel. Die Abstützung des eigenen Körpergewichtes ist nötig, um die Aussaat zu bewältigen. Die Aussaat erfordert einen starken Willen und tiefes Vertrauen auf den Erfolg in der Ernte. Mit dem linken Ellbogen auf dem Knie wird die Last auf den Unterschenkel abgeleitet. Ohne diese Abstützung ist die Bearbeitung auf längerer Strecke nicht möglich. Eine Figur, die ich auch in einem Gemälde von van Gogh gesehen habe.

CULTURA – der Sämann

 

Nachdem der Boden vorbereitet ist, geht es an die Aussaat. Der Sämann ist ein Motiv, das in der Bildhauerei schon häufig bearbeitet wurde. Wie beim Spatenstecher weist die Oberfläche der Plastik auf die Vielschichtigkeit des Charakters hin. Die Schicksalsschläge und Niederlagen sollen sichtbar werden. Dennoch nimmt der Sämann sein Werk auf und setzt auf die Zukunft.

 

CULTURA – der Spatenstecher

Die Figuren der Serie CULTURA stehen inzwischen im Küchengarten. Nach den Papierskizzen folgten erste Modelle. Nach diesen Modellen wurde Stahl gebogen und geschweißt. Der Stahl wurde mit Beton ummantelt. Damit erhalten die Figuren mehr Volumen und werden sichtbarer. Bewusst sind die Figuren karg und schroff in ihrer Oberfläche gehalten. Schroff ist auch ihr Charakter.

Der Spatenstecher ist die erst Figur. Die Urbarmachung des Bodens. Die Vorbereitung für die Saat. Dafür bedarf es Weitsicht, langfristige Planung und ein Vertrauen auf die Zukunft. Ein Vertrauen, dass die Saat mit dem Wetter zurechtkommt und die erhofften Erträge bringt. Damit ist auch eine enorme Risikobereitschaft verbunden. Die Erträge sollen und werden ein Vielfaches des eingesetzten Samens erbringen.